Musik ist aus dem Leben des ehemaligen Bankers, der bei der Raiffeisenbank eine führende Position hatte, nicht wegzudenken. Drei Jahre nach der Hochzeit hatte Karl Mayerhöfer mit seiner voluminösen Bassbariton-Stimme ein Amt übernommen, das er bis heute ausübt: Bei den überregional bekannten Ölbergandachten in der Dietfurter Franziskanerkirche ist er der Christussänger. Er gehört dem Männer- und Kirchenchor an und ist auch als Solist bei vielen feierlichen Anlässen gefragt. Früher habe er oft bei drei Hochzeiten pro Monat gesungen, erzählt der 72-Jährige und ergänzt wehmütig: „Heute sind es fünf Beerdigungen“.
Wenn er und seine Frau auf 50 Ehejahre zurückblicken, dann denken sie auch an Freunde und Bekannte, denen das nicht vergönnt war, die nicht einmal die Silberhochzeit erleben konnten. „Wir sind wirklich jeden Tag dankbar, dass wir uns haben und dass wir unsere Enkelkinder genießen können“. Doch so schön die Zeit mit der ganzen Familie sei, „so mögen wir auch die Zweisamkeit“. Laue Sommerabende genießen sie auf ihrer Terrasse mit Ausblick auf den großen Garten. In ihrer ersten Wohnung, die sie als junges Paar ausgebaut hatten, lebt inzwischen, nach einer weiteren Generalsanierung, die jüngere Tochter Julia mit Familie. „So schließt sich der Kreis“, meint Gertraud Mayerhöfer, deren Zweitgeborene sich als Diözesan- und Bundesleiterin der Kolpingjugend einen Namen gemacht hat.
Was können Eheleute, die 50 Jahre gemeinsam durch Dick und Dünn gegangen sind, jungen Paaren raten? Gertraud Mayerhöfer überlegt: „Dass man halt zusammenhält. Dass man, wenn es mal schwierig ist, einander verzeiht.“ „Und“, ergänzt Ehemann Karl, „dass man sich wieder ins Gesicht schaut.“ Auch wenn, wie im Fall der Mayerhöfers, beide Eheleute Sternzeichen Widder sind.
Text: Gabi Gess


