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11.07.2025

Ehejubilare Gertrud und Karl Mayerhöfer: „Wir sind dankbar, dass wir uns haben“

Gertrud und Karl Mayerhöfer. Foto: Gabi Gess

Schon mit Anfang 20 haben Gertrud und Karl Mayerhöfer „Ja“ zueinander gesagt: „Aus voller Überzeugung“, bekräftigen beide. Foto: Gabi Gess

Dietfurt/Eichstätt – „Jung gefreit hat nie gereut!“, sagt der Volksmund – und bei Gertrud und Karl Mayerhöfer sollte er recht behalten. Sie sind eines von rund 400 Paaren beim „Tag der Ehejubilare“ am Sonntag, 13. Juli, zum Abschluss der diesjährigen Willibaldswoche.

Er war 22, sie 21, als sie sich in der Stadtpfarrkirche St. Ägidius das Jawort gaben. Sie seien damals in ihrem Freundeskreis nicht die einzigen gewesen, die so früh heirateten, erinnern sich die beiden. Aber auch deren Ehen hätten gehalten. „1975, das war ein guter Jahrgang“ lacht Karl Mayerhöfer, der mit seiner Frau bereits am 19. April Goldene Hochzeit feiern konnte. Beim „Tag der Ehejubilare“ in der Willibaldswoche an diesem Sonntag halten die Eltern von zwei Töchtern nun ein zweites Mal dankbar Rückschau auf den gemeinsamen Lebensweg. Sie haben sich angemeldet, „weil alle, die schon dort waren, geschwärmt haben, wie feierlich und schön dieser Tag ist“, meint Gertrud Mayerhöfer.

„Gefunkt“ hatte es zwischen ihr und ihrem späteren Mann im Dietfurter Kirchenchor. Bald machten die beiden, die nur einen Steinwurf voneinander aufgewachsen waren, Nägel mit Köpfen und bauten sich im Elternhaus des Bräutigams eine eigene Wohnung im zweiten Stock aus. Im Erdgeschoss betrieb seine Familie ein Café, in dem auch die Hochzeitsfeier stattfand, mit Alleinunterhalter und Gästen, „so viele wie gerade reinpassten“. Getraut hatte sie zuvor ihr Ortspfarrer Karl Strehle am selben Ort, an dem er sie schon getauft hatte. Die Hochzeit fiel auf einen „richtig schönen, warmer Tag“, erinnert sich Gertraud Mayerhöfer. An den Tagen zuvor habe noch ein kalter Wind geweht, „und dann war auf einen Schlag Frühling“.

Gerne hätten die zwei schnell eine Familie gegründet, aber erst nach elf Jahren stellte sich der ersehnte Nachwuchs ein. Aus der berufstätigen Gertrud Mayerhöfer wurde eine Vollzeitmama– aus Überzeugung. Mit derselben Überzeugung aber betreut sie heute ihre Enkel, damit ihre Töchter beruflich am Ball bleiben können, „um ihnen den Rücken freizuhalten nach der langen Ausbildung“. Gerade ist der dreijährige Paul zu Gast bei den Großeltern und lässt einen Plastikflugsaurier durch die Luft kreisen. Gleich wird ihn sein Opa zur musikalischen Früherziehung begleiten.

Musik ist aus dem Leben des ehemaligen Bankers, der bei der Raiffeisenbank eine führende Position hatte, nicht wegzudenken. Drei Jahre nach der Hochzeit hatte Karl Mayerhöfer mit seiner voluminösen Bassbariton-Stimme ein Amt übernommen, das er bis heute ausübt: Bei den überregional bekannten Ölbergandachten in der Dietfurter Franziskanerkirche ist er der Christussänger. Er gehört dem Männer- und Kirchenchor an und ist auch als Solist bei vielen feierlichen Anlässen gefragt. Früher habe er oft bei drei Hochzeiten pro Monat gesungen, erzählt der 72-Jährige und ergänzt wehmütig: „Heute sind es fünf Beerdigungen“.  

Wenn er und seine Frau auf 50 Ehejahre zurückblicken, dann denken sie auch an Freunde und Bekannte, denen das nicht vergönnt war, die nicht einmal die Silberhochzeit erleben konnten. „Wir sind wirklich jeden Tag dankbar, dass wir uns haben und dass wir unsere Enkelkinder genießen können“. Doch so schön die Zeit mit der ganzen Familie sei, „so mögen wir auch die Zweisamkeit“. Laue Sommerabende genießen sie auf ihrer Terrasse mit Ausblick auf den großen Garten. In ihrer ersten Wohnung, die sie als junges Paar ausgebaut hatten, lebt inzwischen, nach einer weiteren Generalsanierung, die jüngere Tochter Julia mit Familie. „So schließt sich der Kreis“, meint Gertraud Mayerhöfer, deren Zweitgeborene sich als Diözesan- und Bundesleiterin der Kolpingjugend einen Namen gemacht hat.

Was können Eheleute, die 50 Jahre gemeinsam durch Dick und Dünn gegangen sind, jungen Paaren raten? Gertraud Mayerhöfer überlegt: „Dass man halt zusammenhält. Dass man, wenn es mal schwierig ist, einander verzeiht.“ „Und“, ergänzt Ehemann Karl, „dass man sich wieder ins Gesicht schaut.“ Auch wenn, wie im Fall der Mayerhöfers, beide Eheleute Sternzeichen Widder sind.

Text: Gabi Gess